WALKING NORTH GIRLS
  • Walking North
  • Vorträge
  • ÜBER UNS
    • Medienecho
    • Partner
  • Bücher

Pause am See

1/4/2016

5 Comments

 
Bild
Es ist definitiv: es ist doch der Schleimbeutel. In Hamburg gab es beim Orthopäden eine Spritze.
Nachdem wir es heute nochmal einige Kilometer probiert haben, sind wir vernünftig geworden und pausieren nun ein paar Tage in der Jugendherberge am Ratzeburger See. Das ist die Aussicht aus unserem Fenster. :-))

Bald geht's dann weiter. Auch mit Berichten aus und ab Hamburg bis hierher.

​Danke für alle aufmunternden Worte und Wünsche.
5 Comments

Heide oh Heide zwischen Schleimbeutel und Ischias

30/3/2016

5 Comments

 
Raus aus der Grossstadt! Hannover ist sicherlich schön, aber uns zieht es in die Natur. Mit neuen Plöppel an unseren Stöcken läuft es sich wieder bequemer und unsere Füsse haben sich über Nacht erholt. Heute hängen wir je unseren Gedanken nach, viel ist nicht zu sehen: Industrie. Das haben Grossstädte so an sich.
Weiter gehts von Engensen nach Celle. Plötzlich ist alles flach. Einfach flach, nicht die kleinste Erhebung. Wir sind glücklich wieder in der Natur zu sein und da begegnet uns der erste Pilger! MIt grossem Pilgerstock nicht zu übersehen, laufen wir aufeinander zu. "Buen Camino, geht`s nach Santiago?" "Nein, da war ich schon. Dieses Mal durchquere ich Deutschland von Nord nach Süd." Super, antworte ich, wir von Süd nach Nord. Wir lachen alle drei herzlich auf und tauschen uns erstmals mit einem anderen Weitwanderer aus. Frank kommt aus Hessen, lebt nun im Allgäu und wandert über Ostern zwei Wochen. Dieses Mal von Celle bis Eisenach. Wir wünschen uns ein gesegnetes Ultreia und nach einer dicken Umarmung gehen wir weiter unsere Wege.
Kurze Zeit später sehen wir eine Gruppe mit Handwagen auf uns zukommen. Sie werfen immer wieder einen Ball die Strasse runter. Was soll das denn? Als sie näher kommen, fragen wir nach? Boseln! Kommt die Antwort. Ähh was??? Also, für alle die das auch nicht kennen: Man braucht ein Spielfeld am besten vier Strassen welche zu einem Quadrat zueinander führen. Flach, versteht sich von selbst. Dann werden Gruppen gebildet, welche gegeneinander spielen. Jeder Spieler wirft den Ball soweit er kann und Derjenige mit am wenigsten Schüssen, hat gewonnen. Super Sache:-) Ein Spiel für alle Generationen, wie man auf dem Bild gut sehen kann. Viel Spass noch und Danke an die Gruppe fürs Foto.

Als wir im nächsten Dörfchen in die Berlinerstrasse, Ecke Kurfürstendamm einlaufen, sieht uns ein Herr, welcher gerade Sträucher in seinem Garten kürzt. Eine grosse Schutzbrille über den Augen kommt er auf uns zu. "Woher, Warum, Wohin?" Ich antworte: Basel. wissen wir noch nicht. Nordkap. Der nette Herr ist sichtlich begeistert und würde uns am liebsten zu sich einladen. Aber die Gartenarbeit macht sich nicht von allein.

Das Einlaufen in Celle ist wieder mühsam. Städte....einfach zu viel Asphalt und AUTOS. Die Innenstadt entschädigt dann aber für die Anstregung. Bei Rita`s Bed & Breakfast finden wir dann einen Platz für die Nacht.
Heide oh Heide ... Wir sind schon ganz gespannt, die nächsten Tage geht`s durch die Lüneburger Heide. Schon die Südheide gefällt uns sehr. Durch eine mystische Waldlanschaft führen die sandigen Wege. In diesem Naturschutzgebiet leben viele Tiere und Vögel. Immer wieder raschelt es und wir blicken erschrocken in den Wald. Was war das? Eine Heideschnucke? Ja, das gibt es wirklich, die Heideschnucke ist sowas zwischen Schaf und Gämsbock. Hmm wär schon cool so eine Schnucke zu sehen. Wo seid ihr denn? Ausgewandert??

Seit ein paar Tagen schmerzt meine Hüfte und da alle Salben nicht helfen, mache ich einen Termin bei einem Physiotherapeuten in Soltau. Nach halber Strecke schmerzt es so sehr, dass wir beschliessen den Rest mit dem Bus zu fahren. Eine Ausnahme! In Soltau angekommen, nehme ich den Termin beim Therapeuten war und Danni entschwindet in die Sauna - sie liebt dies.
Schleimbeutelentzündung, lautet die Diagnose. Ruhe, nicht bewegen. Was jetzt? Wie geht es weiter. Angst macht sich unter uns breit - können wir den Weg nicht weitergehen? Aber so schnell geben wir nicht auf. Wegen Ostern haben wir die nächsten Unterkünfte vorgebucht bis Hamburg. Das ist etwas blöd, stornieren geht nicht. Also beschliessen wir, dass ich kürzer trete, Danni die Etappen läuft und ich nach Befindlichkeit einen Teil mitgehe. Es fällt mir schwer, ich will wandern nicht rumsitzen. Aber es nützt nichts. Den ersten Tag kann ich noch ruhig in der Herberge verbringen - auch wenn Danni mich zwischendurch anruft. Sie steht vor einem Schild: Vorsicht Wolfsgebiet - Betreten auf eigene Gefahr. Sie geht aber weiter, die Tiere haben sicherlich mehr Angst vor ihr als umgekehrt. Nach wenigen Stunden kommt sie an. Am nächsten Tag sind die Busverbindungen absolut schlecht. Nachdem ich durch die halbe Heide gefahren bin, um am Treffpunkt anzukommen, gebe ich auf. Ich schmeisse mir den Rucksack über und streife mit Danni durch die Heide bis Undeloh. Ich habe kaum Schmerzen und wir werden belohnt mit tollen Eindrücken. Die Heide - auch wenn sie nicht blüht - ist ein Höhepunkt bisher. Und nicht nur das: 1.000 km sind gelaufen
Nach einem Tag Pause mit Stop in Undeloh an der örtlichen Wurstbude mit Verköstigung einer Heidschnucken-Bratwurst, geht's weiter nach Buchholz - Heide, Heide und nochmal Heide. Leider habe ich immer noch Schmerzen und kann die Etappe nach Hamburg nicht mitgehen, die wir zusammen mit Danni's Tante Michaela geplant hatten. Als wir uns am späten Nachmittag wieder treffen, ist klar - ich muss nochmal zum Arzt. Also fahren wir in die Notfall-Praxis nach Altona und warten hier mit anderen Gestrandeten. Diagnose: Ischias.
Etwas ratlos, schlafen wir spontan bei Michaela. Wir gönnen uns abends ein lecker Steak und trinken einen Sekt auf den Osterhasen - schliesslich ist Ostern. Wir haben nun bis Dienstag Hamburg, Entspannung und Freunde treffen eingeplant.
Wie es weiter geht, wissen wir noch nicht ABER es geht irgendwie weiter, das ist klar. Wir bleiben positiv.
by Nicole
5 Comments

Eisberg in Sicht!!

20/3/2016

4 Comments

 
Natürlich geht noch was. Wir beziehen unser Zimmer in der Herberge. Unsere heutige Unterkunft ist die Wohnung der verstorbenen Mutter des Vermieters. Drei Räume wurden zu Schlafzimmern umfunktioniert. Küche und Bad wird von den Zimmermietern geteilt. Nicole braucht eine heisse Dusche, so dass die Füsse danach mit allen Regenerierungssalben eingecremt werden können, die wir in unserem Rucksack mitschleppen. Das Bad in Omas alter Wohnung hat die besten Zeiten hinter sich. Der Putzlappen wurde hier bestimmt schon vier Wochen nicht mehr benutzt.

Ich bin eigentlich von uns die Empfindliche im Bezug auf Sauberkeit, ganz konkret im Badezimmer. Man kann sagen, das ist ein Tick von mir. Ich liebe moderne Bäder - weiss, sauber, glänzend. Das ist das Erste, was ich checke, nach dem Betreten eines Hotelzimmers. Diese nun eher störende Marotte, führe ich auf meine Stundentenzeit zurück. Unsere WG war super, einziger Nachteil: Das Bad war eine dunkle Kammer mit tiefen Decken und komplett mit steinalten, Bakterien getränktem Teppichboden verlegt. Ich habe hier trotzdem über fünf Jahre gelebt und auch die sanitären Anlagen auf manchen Touren in den Alpen, Anden und im Oman überstanden. Das Bad hier ist allerdings wirklich bemerkenswert verschmutzt. Selbst die unerschrockene Nicole sieht hier eine Grenze erreicht. Aber es nützt ja alles nichts - rein in die Latschen und auf ins nasse "Vergnügen".

​Am nächsten Tag pausieren wir und sitzen in einem gemütlichen Café. Hier schlagen wir uns den Bauch mit Gepäck, Kuchen und Suppe voll. Wenn wir nicht gerade laufen, haben wir neuerdings immer Hunger.
Am nächsten Morgen geht`s von Alsfeld nach Diekhausen. Nicoles Füsse sind wieder fit und erklimmen den Adenstädter Berg. Trotz Wind und Kälte schwitzen wir, als wir auf der Erhebung ankommen. "Geniess es noch", sage ich zu Nicole. Ab morgen geht es fast nur noch geradeaus - wir sind im Norden angekommen. Wir wandern weiter mit viel Abstand zueinander. Das machen wir öfters. Jeder braucht mal Zeit für sich.
Gehen wir so durch die Wiesen und Wälder, können die Gedanken schweifen. Ich habe festgestellt, dass ich mich bisher selten mit einem Thema lange beschäftigen kann. Die Gedanken wirbeln umher, springen von Erinnerung zu Erinnerung. Es ist als ob das Gehirn die Puzzleteile meines Lebens wild aufzeigt, um sie danach neu geordnet zusammenzufügen. Im Büroalltag gab es für so eine "Neuformatierung" wahrscheinlich keinen Freiraum...Dann weht mir der Wind den Staub der Felder in die Augen und das Gedankenwirrwarr aus meinem Kopf. Von weitem sehe ich Nicole das Ortschild passieren - ein weiterer Wandertag neigt sich dem Ende.
Sonnenaufgang über Hildesheim - der erste frühlingshafter Tag. Das erste Mal Sonnencreme im Gesicht. Sobald wir die Stadt hinter uns gelassen haben, geht's an einem Bach entlang. Mein Blick schweift rechts in den Wald. Ich schreie auf: "Was ist das!?" Wir bleiben beobachtend und dann fassungslos stehen. Keine 20 Meter von uns entfernt, rennen mit Höchgeschwindigkeit 10-15 Wildschweine durch das Geäst. Wir hören die Hufe aufschlagen und wundern uns, wie laut dies ist. In Windeseile verschwinden die Tiere aus unserem Blickfeld. Beeindruckt wandern wir weiter und diskutieren angeregt, was die Schweine hier in der Nähe der Stadt machen und vorallem, was WIR machen, wenn sie mal direkt auf uns zu laufen. Immer mit leicht angstvollem Blick in den Wald, entwickeln wir Verteidigungstrategien. Wie gerufen, steht am nächsten Eck der Stadtförster. Er beruhigt unsere Nerven: "Macht Euch keine Sorgen - normalerweise lassen sie Euch in Ruhe." Wir erfahren, dass es in der Region wieder sehr viele Tier gibt. Der Jäger kümmert sich gerade um die Überpopulation von Bisamraten. Er zeigt uns seinen heutigen "Fang". Ich will es eigentlich gar nicht sehen, mir tun die Tiere leid.
Beruhigt aber angeregt über Jagd und Wildschutz diskutierend, ziehen wir weiter. Wenig später trauen wir unseren Augen nicht. Ein Eisberg?? Die Phantasie besiegt den Verstand und wir fühlen uns sekundenlang nach Grönland versetzt. Nicole neben mir bekommt sogar kurzzeitig Heimweh in die Schweiz. Eine Dame klärt uns auf, dass wir vor einem Salzberg stehen. Fasziniert gehen wir weiter, aber unsere heutige Pause fällt länger aus. Die Sonne wärmt, wir spüren den Frühling und geniessen den Blick auf den glänzenden Eis- (oh sorry Salz-)berg. Dieser Moment ist einzigartig und wir halten ihn im Herzen fest - das Wetter wird sicherlich wieder schlechter.
Schon mit Blick auf die Karte wird am nächsten Tag klar, dass die Etappe nach Hannover uns an Flüssen und Seen entlang führt. Zwischen zwei grossen Städten kaum zu erwarten, durchwandern wir die Landschaft der Koldinger Seen. Früher haben hier die Bagger gewütet, heute ist dies eine wilde Heide- und Seenlandschaft, sowie das Zuhause vieler Tiere und Vögelarten. Nach vier Stunden erreichen wir den Maschsee und sehen das Neue Rathaus von Hannover. Auch die Sonne lässt sich in der letzten Stunde blicken. Heute schmerzen meine Füsse auf den letzten Metern und ich quäle mich bis endlich die Stadt erreicht ist. Hier angekommen, suchen wir ein Sportgeschäft. Die Gummistöpsel meiner Wanderstöcke sind nach sechs Wochen durch. Ich brauche dringend Ersatz.
Am Abend gönnen wir uns ein lecker Abendessen - da sind meine Schmerzen fast verflogen. Freude und Dankbarkeit über aufregende und schöne Wandererlebnisse rücken in den Mittelpunkt.
by Danni
4 Comments

Externsteine, Jakobsweg und Nix geht mehr

17/3/2016

2 Comments

 
by Nicole
Nach vier Tagen nichts tun bei Dannis Familie, scharren wir beide schon wieder mit den Füssen. Wir beschliessen schon Donnerstag weiter zu gehen, allerdings machen wir die Etappe in umgekehrter Richtung und lassen uns frühmorgens von Danni`s Schwester Julia mit dem Auto nach Willebadessen bringen. Von dort geht`s zu Fuss die 30 km wieder zurück nach Westheim. So verbringen wir noch eine weitere Nacht bei den Klecks und können uns am Freitagmorgen nur sehr schwer trennen. Danni`s Vater, Clemens, bringt uns wieder nach Willebadessen und weiter geht`s Richtung Norden, nach Altenbeken. Spontan besucht uns Diana, eine alte Freundin von Danni, welche in Paderborn wohnt und arbeitet. Wir treffen uns in der einen Kneipe, die offen hat und unterhalten uns prächtig bei Weizenbier Alkoholfrei und einer Mantaplatte.

Abends koche ich auf dem Balkon unserer Pension eine kleine Mahlzeit mit unserem Spirituskocher, es gibt Linseneintopf. Wir haben einfach keine Lust mehr auf SchniPoSa (Schnitzel, Pommes, Salat). Überhaupt, die ganzen fettigen Fertig-Saucen können wir nicht mehr sehen. Wir kochen ab nun also selbst, so oft es geht. Am liebsten: Erbsen- oder Linseneintopf, Stocki mit Speck, frischen Champingions und Frühlingszwiebel oder Pasta wahlweise mit Käse oder Tomatensauce.

Von Altenbeken geht`s weiter auf den E1 nach Horn. Hier führt uns der Eggeweg zum Eggeturm, welcher in einer wunderschönen Hochheide steht. Diese Hochebene sieht so ganz anders aus und wir denken beide an Norwegen, so stellen wir uns die Landschaft vor. Mal schauen ob dies stimmt;-)
Der Weg führt wieder bergab und bald finden wir uns wieder in einem wunderschönen Tannenwald. Daneben begleitet uns ein kleines Bächlein bis zu einer Lichtung mit See, Parkplatz und einem Gasthof. Wir trauen unseren Augen kaum. Er hat OFFEN. Bisher war immer alles zu. Winterpause, Heute Geschlossen, zu verkaufen....
Wir treten ein und fühlen uns gleich wohl. Heute soll`s uns gut gehen und wir lassen uns die Karte bringen. Dannis Erinnerungen entführen uns nach Estavayer-Le-Lac am Neuenburgersee in der Schweiz, welchen wir im letzten Frühjahr als Test umwandert haben. In besagtem Städtchen köstigten wir wohl die beste Fischsuppen, welche es auf dieser Erde gibt.
Ein Blick in die Speisekarte verrät uns, dass es hier keine Fischsuppe gibt. Besser so. Wir nehmen einmal Salat mit überbackenem Ziegenkäse und Spaghetti Gorgonzola mit Bärlauch Pesto. Dazu gönnen wir uns ein/zwei Gläschen Pinot noir, blanche;-)

Kurz vor den Externsteinen haben wir uns in der Jugendherberge eingemietet. Bevor wir zur Jugi kommen, sage ich zu Danni: Lass uns doch kurz zu den Externsteinen laufen. Ich würde die gerne heute schon sehen, ich hab noch einen Floh im Po. Lautes Lachen erfüllt die Waldluft. Das heisst auf Sauerländisch: Flöhe im Hintern.

Die Externsteine sind imposante Felsformationen. Ein kleiner Park und ein See machen diesen Ort zum perfekten Wochenend Highlight. Heute IST Samstag. Nebelbehangen mit einem Strahl Sonne, mystisch glänzende Steine .... So habe ich mir das vorgestellt. Stattdessen; Touristen soweit mein Auge reicht, kein Nebel sondern trübe Suppe und von Mystik keine Spur.
Wir beschliessen am nächsten Morgen, unser Glück nochmals zu versuchen.

Aufgehts nach Detmold. Kurzer Fotostopp bei den Externsteinen. Danni ist begeistert und schwärmt von alten Zeiten, als sie mit Freuden immer auf Walburgisnacht hier gezeltet hat.

Wir nehmen die nächsten 15 km beschwingt in Angriff. Nach einigen Höhenmetern, die wir etwas unterschätzt haben, laufen wir Nachmittags in Detmold ein. Wir schlendern noch etwas durch das sehr schöne Städtchen und begeben uns zum Bahnhof. Ja, heute nehmen wir den Zug. Denn wir werden den Weg wechseln. Vom E1 wird es nun ein Stück auf dem Jakobsweg, der Via Scandinavica, gehen. Wir fahren also mit dem Zug nach OSTEN, bis Bad Gandersheim. Von dort wandern wir wieder nördlich - Richtung Norden haben wir keinen Meter eingespart.

Die erste Nacht auf dem Jakobsweg verbringen wir im Kloster Brunshausen. Als wir kurz vor 18 Uhr dort eintreffen kommt uns eine gut gelaunte Frau entgegen und ruft uns schon von Weitem ein "Buen Camino" zu. Schön, so kann es weiter gehen. Wir schlafen himmlisch in der ersten Herberge und machen uns am nächsten Morgen beschwingt auf. Die Sonne scheint, Wetter perfekt.
Nach 5 Minuten merken wir, dass wir in die verkehrte Richtung gelaufen sind. Wir müssen ja entgegengesetzt dem Jakobsweg. Wir wollen ja nicht nach Santiago sondern ans Nordkap. Am Ausganspuntk wieder angekommen, findet sich immer noch kein Wegzeichen. Wir suchen und suchen bis wir feststellen, dass der Jakobsweg nur in eine Richtung gekenntzeichnet ist. Also nicht in unsere. Zum Glück haben wir noch unsere Super App dabei: Pocket Earth. Auf dieser App kannst du die gewünschten Karten als gpx Datei herunterladen und alles bis ins letzte Detail erkennen. Super Sache und ohne die App wären wir wohl schon so manches Mal im Wald verloren. Nur eins ist zu beachten - man sollte sie auch gebrauchen und nicht voller Überschwang einfach los laufen;-)

Nach 11 km und einigen Höhenmetern machen wir Mittagspause in einem kleinen Dorf. Danni kocht sich fröhlich eine Tütensuppe und ich sitze müde und lustlos da. Mein Geist ist müde, am liebsten würde er in einen dieser Busse steigen, welche direkt vor unserem Rastplatz halten und mit einem ans Etappenziel fahren. Mein Ego aber sagt, Nein. Nix da, weiter geht`s.
Wir beschliessen dennoch eine andere Route zu nehmen, statt über den Berg, entlang der Schnellstrasse. 9 km. Strasse, Beton, immer geradeaus. Meine Füsse fangen an zu schmerzen. Ich verfluche mich und warum ich nicht den Bus genommen habe. Nach 5 km erreichen wir ein kleines Dorf. Meine Füsse schmerzen immer mehr, das Laufen wird zur reinsten Qual. Ich humple mit letzter Kraft zur Bushaltestelle und bin fest entschlossen in den nächsten einzusteigen.
1 1/2 Stunde müsste ich warten. "Gopferdammi - immer wenn ich bescheissen will - fährt nix." Zum Glück. Mein Ego beschliesst tapfer die restlichen 4 km durchzuhalten und auf die Zähne zu beissen. Es geht immer voran - manchmal langsam.

Nach dem Einkaufen lassen wir uns mit einem Taxi zur Unterkunft fahren für diese Nacht. Kein Schritt geht mehr. 20.3km hätten es nach Buch sein sollen, 32.3 km sind es geworden.

2 Comments

Little Texas meets Sauerland

9/3/2016

3 Comments

 
Am Samstag erreichten wir unser erstes grosses Zwischenziel: Westheim. Schon auf halber Strecke erwarten uns Danni`s Schwester Julia und Ehemann Tobias mit einem kleinen Mittagssnack. Am Ortschild stehen nach weiteren acht Kilometern Danni`s Eltern, Neffe Matteo und Petra bereit. Wie es sich im Sauerland gehört, gibt es natürlich einen Willkommens-Schluck und eine Tulpe. Danke, dieser Empfang war wunderschön.
Bild
Doch nun ein paar Zeilen zu unseren Wandertagen bis Westheim:
Querfeldein ist unser Plan, einfach ohne Wegmarkierung mit digitaler Karte durch die Wälder. Allerdings stellen wir schnell fest, dass diese Idee nicht wirklich sinnvoll ist. Viele Wege sind nicht begehbar, alle 10 Minuten braucht es einen Blick auf die Karte und Unterkünfte sind kaum offen oder vorhanden. Nach 20 Kilometern von Marburg in Wetter angekommen, finden wir keine Unterkunft. In diesen Momenten wäre es schön, das Zelt schon im Gepäck zu haben. So geht's zurück nach Marburg in die Jugendherberge - mit dem Bus. Kurzum ändern wir nun unseren Plan. Wir finden den Hessenweg 4, der auch nach Westheim führt. Perfekt - aber eins ist klar, spätestens in Norwegen werden wir uns mit Karte und Kompass mehr anfreunden müssen.
Dieser Weg geht durch das Waldecker Land über Haina, Edersee und Bad Arolsen nach Westheim
In Bad Wildungen angekommen, beziehen wir die Unterkunft "Little Texas". Wir sind uns einig, die coolste Schlafstätte bisher. Wir gehen einkaufen und nutzen mit Freude die Küche. Endlich mal wieder selbst etwas aufwändiger kochen. Natürlich geniessen wir in den Restaurants die heimische Küche, aber selbst die Kochlöffel schwingen, fehlt uns.
Am nächsten Tag geht's nach kurzer Nacht weiter Richtung Schloss Waldeck. Nein, wir waren auf keiner Party. Jedoch gibt es im "Little Texas" einen Riesen-Fernseher, Zugang zu über 3.000 Filmen und eine PlayStation - wir könnten nicht widerstehen....
Müde gehen wir somit los. Gegen Mittag erreichen wir den Edersee. Die Stimmung ist speziell. Ausgestorben. Parkplätze, Hotels, Restaurants zeugen von einer Flut von Besuchern zu wärmeren Zeiten. An diesem Tag sehen wir jedoch nur eine Person an der Staumauer, die uns verwirrt anschaut. Natürlich gibt es auch keine Möglichkeit für ein Süppchen einzukehren. Also mampfen wir unseren nahezu gefrorenen Müsliriegel auf einer Bank - eingepackt mit allen Daunen-, Fleece- und Wollklamotten, die der Rucksack hergibt. Als wir unser Gasthaus für die Nacht erreichen, füllen wir das Gästeformular aus. Die Dame hinter dem Tresen fragt uns scherzhaft, ob wir aus der Schweiz zu Fuss angereist sind. "Ja, sind wir." Sie schaut uns ungläubig an und wir alle müssen lachen.
Die nächste Etappe ist nun Bad Arolsen - über 30 Kilometer haben wir mal wieder vor uns. Da werden präventiv Beine und Füsse gleich doppelt mit Hirschtalg, Pferdesalbe sowie Franzbrandwein eingerieben. Viele Felder durchqueren wir an diesem Tag - immer mit einer leichten Brise im Gesicht. Die letzte Stunde wird etwas zur Qual, die Füsse schmerzen. Da hilft nur eine Partie "Stadt, Land, Fluss". Das lenkt ab. Ausserdem sehen wir einen Lichtblick, am nächsten Tag erreichen wir Westheim. Somit geht es sich trotz schwerer Beine sowie Schlechtwetter am Morgen leicht und locker. Danni ist aufgeregt und gibt ein strammes Tempo an - sie kann es kaum noch erwarten. Als wir dann nach der leckeren Mittagspause endlich Westheim im kleinen Tal entdecken, strahlen ihre Augen den Regen weg.
Es ist unglaublich, wir sind wirklich über 700 Kilometer zu Fuss in die Heimat ins Sauerland gelaufen.
3 Comments

Einblick in einen ganz normalen Wandertag von Nicole und Danni

8/3/2016

0 Comments

 
by Nicole

Wir werden oft gefragt, wie so ein Tag auf Tour aussieht. Hier folgt die Antwort. Wenn wir das Zelt dabei haben, ändern sich natürlich einiges :-)

7.00 Uhr
Es klingelt der Wecker. Nach dem ersten Sortieren der Gedanken, pellen wir uns aus dem weichen und warmen Bett. Ab ins Bad, dann packen wir unseren Rucksack und ziehen die Wanderklamotten an. Die Auswahl ist klein, so erübrigt sich die Frage: Was soll ich heute anziehen?

7.45 Uhr
Wir stehen draussen in der frischen Morgenluft auf der Suche nach einer Bäckerei. Dort trinken wir einen Kaffee und probieren jeden Tag etwas Neues aus der deutschen Bäckerskunst.

8.30 Uhr
Es geht los. Rucksack auf, Wanderstöcke ausgefahren, Handschuhe, Mütze auf dem Kopf. Die ersten 10 Kilometer gehen wir ohne Pause. Mittlerweile in einem schnelleren Tempo, statt vier pro Stunde schaffen wir schon fünf Kilometer. Je nach dem wie lang die Tagesetappe geplant ist (20 -30 km), gehen wir bis die Hälfte der Strecke geschafft ist.

12.00 Uhr
Mittagspause. Am liebsten an einem windgeschützten Ort z.B. eine Wetterschutzhütte oder auch mal in einer Spielhütte für Kinder auf einem Spielplatz. Mit dem Kocher wird flucks ein heisser Tee gekocht, während wir unsere Brötchen und Müsliriegel essen. 20 Minuten später packen wir zusammen. Es ist zu kalt um länger Pause zu machen, trotz warmem Tee.
12.30 Uhr
Nun gehts auf die zweite Hälfte und weitere 10 bis 15 Kilometer werden zurückgelegt. Zwischen 15 und 17 Uhr kommen wir jeweils im Etappenziel an. Nachdem die Unterkunft gefunden ist, gehts sofort unter die Dusche, dann Wäsche waschen und aufhängen, damit es bis zum nächsten Morgen trocken ist. Nach der ausführlichen Pflege unserer Füsse und Beine - wahlweise mit Hirschtalg, Pferdesalbe oder Franzbrandwein, wird sich etwas ausgeruht und Emails gecheckt - falls WLAN voranden.

18.00 Uhr Essen

19.30 Uhr ins Bett. Spätestens 20.30 Uhr sind die Äuglein zu.

Guet Nacht.
0 Comments

Elisabeth und unser Weg nach Marburg

2/3/2016

7 Comments

 
In den letzten Tagen wanderten wir auf den Wegen einer herausragenden Frau des Mittelalters. Die heilige Elisabeth wurde im Jahr 1207 als Ungarische Königstochter mit jeder Menge Geld auf der hohen Kante geboren. Sie verzichtete nach dem Tod ihres Mannes, einen Grafen aus Hessen, auf ihren Reichtum und engagierte sich besonders im Krankheitswesen. Aber auch als Reformerin gegen Ungerechtigkeits-Verhältnisse ist sie in die Geschichte eingegangen. Sie wurde nur 24 Jahre alt.
Bild
Der Elisabethpfad 1 führt von Frankfurt bis zur Elisabethkirche in Marburg. Auf dem Weg finden wir immer wieder Zeugnisse von dieser, für uns achtenswerten, Frau. Das Wetter spielt in den nächsten Tagen mit und so geniessen wir klirrende Kälte, klare Luft und diffusen Sonnenschein.

Die Wanderung früh morgens durch den langsam erwachenden Wald, mit im Sonnenstrahl glänzenden Morgentau und vereisten Pflanzen, ist ein wunderschöner Anblick. Solche Momente verleihen Zufriedenheit, Lebensmut und Zuversicht für den langen Weg, der noch vor uns liegt.

Hier ein paar Weg-Impressionen, die Euch für einen kurzen Moment vom Schreibtisch zu einem Spaziergang in die Natur entführen. Eine kleine Atempause und Kraft für Eure Wege auf denen Ihr Euch gerade befindet.
Unser Weg geht weiter immer Richtung Norden. Wir streifen nun durch den Taunus und Westerwald, vorbei am Mamorstein, über den Herzberg mit schönen Ausblicken zum Spessart und dem Odenwald. Das Freilichtmuseum Hessenpark hat zwar die historischen Häuser derzeit nicht geöffnet, aber wir durchqueren trotzdem den alten Marktplatz.
Im kleinen Ort Cleeberg finden wir eine richtige Pilgerunterkunft im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche. Das ist ganz nach unserem Geschmack. In Wetzlar schauen wir uns die historische Altstadt an, bevor wir uns wieder mal in einer Jugendherberge einnisten. Über Stock und Stein sowie mehreren Höhenmetern erreichen wir nach wenigen Tagen dann Marburg und können kurz vor Toreschluss noch einen Blick in die Elisabethkirche erhaschen.
Nun sind wir schon weiter unterwegs Richtung Sauerland. Danni wird von Tag zu Tag freudig nervöser, bald durch ihre Heimat wandern zu können. Unser Plan ist es am Samstag in Marsberg-Westheim anzukommen. Pünktlich zum Geburtstag von Danni's Mama. Darauf freuen wir uns und auf ein paar Tage Pause bei der Familie.

Walking North!!
7 Comments

Zwei Schreie und das Felsenmeer

24/2/2016

11 Comments

 

Schreie im Odenwald

Eingepackt bis über die Ohren, der Wind wirbelt Blätter auf. Irgendwo fernab im Odenwald. Beide in Gedanken versunken. Auf einmal wie aus dem Nichts ertönt eine Stimme. Wir wirbeln herum. In Millisekunden denken wir an die schlimmsten Szenarien von Waldschrat bis Baumgeist. Wir schreien aus Leibeskräften grell in den Odenwald-Nebel. Die Sekunden stoppen, das Echo bleibt in den Baumkuppeln hängen, die Hand zuckt zum imaginären Messer. Im nächsten Augenaufschlag realisieren wir den freundlich blickenden Jogger, der sich bewusst leise angenähert hat, um uns nicht zu erschrecken.

Auf zum Felsenmeer

Mit der Erkenntnis, dass wir noch zu schreckhaft sind, durchschreiten wir weiter den Odenwald. In Heidelberg gönnen wir uns eine kleine Pause und gehen dann auf leicht optimierter Route weiter. Auf dem Weg nach Reichenbach-Lautertal, kämpfen wir wieder gegen Sturm und Regen. Zudem verlieren wir die Markierung aus dem Blick und finden uns dann verloren im Wald wieder. Zum Glück hilft uns die Handyapp "Pocket Earth". Nach 6 Kilometern Umweg sind wir zurück auf dem Weg. Am Ende werden wir belohnt mit Sonne, die sich hinter den Wolken zeigt.
Um 18 Uhr erreichen wir endlich unser Gasthaus. Hier angekommen, gönnen wir uns die erste hessische Spezialität der Route: Kochkäseschnitzel. Gegenüber begrüssen uns die Männer vom Dorfstammtisch. Spätestens jetzt merken wir am Dialekt, dass wir in Hessen angekommen sind.
Als wir am nächsten Morgen mit etwas müden Beinen aus dem Gasthaus treten, liegen bereits ein paar Zentimeter Schnee und die Flocken fallen weiter in den dichten Nebel. Heute liegen das Felsenmeer und der Felsberg auf unserer Route.

Hier ein paar Impressionen aus dem Winter-Wunderland:
In Darmstadt angekommen, buchen wir uns in der Jugendherberge ein. Zurückversetzt in unsere Schulzeit geniessen wir das geschäftige Treiben und den direkten Seeblick.

Sonne und blaue Wolken begrüssen uns am Tag danach - auf geht`s nach Frankfurt. Diese Etappe führt durch die Stadtwälder von Neu-Isenburg und Frankfurt - begleitet durch über uns kreuzende Flugzeuge. Die Stadthektik erschlägt uns etwas, zum Glück geht's morgen weiter.
Das nächste Zwischenziel ist erreicht.

Vielen Dank für die Unterstützung und lieben Worte in den vielen Kommentaren, Posts und Mails. Es ist schön, dass wir nicht alleine unterwegs sind. Ihr motiviert uns.
11 Comments

285 km Wein, Odenwald und Fazits

18/2/2016

10 Comments

 
Am Dienstag sind wir am Endpunkt der Badischen Weinwanderwege in Gernsbach angekommen. 285 Kilometer geschafft. Noch nicht mal 10 % der Gesamtstrecke - aber wir freuen uns trotzdem. Es war ein schöner Weg am Rande des Schwarzwaldes durch nette kleine Weindörfer. Noch ein paar Impressionen zurück, dann richten wir unseren Blick Richtung Odenwald
In Pforzheim lassen wir den Schwarzwald hinter uns und begeben uns auf den Europäischen Fernwanderweg 1, der von Sizilien bis zum Nordkap führt. Wir werden diesem Weg sehr oft in den nächsten Wochen folgen und freuen uns erste Wegmarkierung zu entdecken. In Pforzheim finden wir keine Unterkunft und quartieren uns kurzfristig in einem Hotel mitten im Industriegebiet ein - ein Kontrast zum Wandertag, der uns durch friedliche Natur führte.
Doch wir entdecken Vorteile: Es hat Waschmaschinen und eine Spagetteria. Hier treffen wir Bikerin und Tattookünstlerin Smarty, die unser Projekt auf Facebook entdeckt hat.
Über Bretten und Mühlhausen geht es nun durch den Odenwald in Richtung Heidelberg und Frankfurt. Die Natur um uns herum hat sich verändert. Wir gehen nun mehr durch Wald, der sich mit Feldern und Wiesen abwechselt
Nach knapp zwei Wochen bemerken wir nicht nur die Veränderung in der Umgebung. Unser Körper gewöhnt sich langsam an das Laufen. Am Anfang spürten wir erste Ermüdungserscheinungen oft schon Mittags - jetzt wandern wir 5 Stunden ohne grosse Wehwehchen. Laufen wir, wie heute, über 30 km durch Regen sind wir trotzdem platt. Der Tag endet dann nach grossem Essen um 21 Uhr im Bett.

Auch unser Geist beruhigt sich langsam von den letzten Arbeitstagen, der Wohnungsräumung und der ersten Euphorie. Waren die Gedanken am Anfang quirlig, so werden sie mehr stetig und ruhig. Weder Sofa noch Bürostuhl haben wir bisher vermisst. Jedoch denken wir oft an Familie, Freunde und gute Arbeits-Kollegen, die normalerweise den Tag mit uns teilen.
Übrigens, den ersten Bär und eine freilaufende, wilde Tierherde haben wir bereits gesichtet 😉

Das Fazit:

Der Körper spielt langsam mit, der Geist wird ruhiger, die Seele springt noch zwischen Basel und Odenwald hin und her

Die Badischen Weinwanderwege können wir empfehlen aber nicht täuschen lassen - auch hier gibt's einige Höhenmeter zu bewältigen

Wir freuen uns auf wärmer Wetter, so dass unsere Mittagspause mal länger ausfallen kann

Unsere Wanderhosen von Fjällräven trotzen auch ohne extra Wachs Schnee, Regen und Wind
10 Comments

Menschen am Weg - getroffen in Lahr.

16/2/2016

1 Comment

 
Jeden Samstag früh morgens ist auf dem Marktplatz in Lahr einiges los - der Markt wird aufgebaut. Wir kommen durch Zufall dazu. Von weiten schon sehen wir einen bunten Stand, an dem es nach frischem Kaffee und leckerem Gepäck duftet.
Susan Fehrenbach ist Mutter von drei Kindern und bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann einen Bauernhof. Sie hat sich schon vor mehreren Jahren entschieden nicht nur einem Job, sondern ihrer Berufung nachzugehen.

Vor zwei Jahren baute sie im Hof einen Abstellraum in eine Backstube um. Jetzt backt sie zwei Tage in der Woche - freilich alles mit Dinkel. Jeden Samstag preist Sie ihre Produkte in Lahr an. Der kleine Verkaufswagen ist am Ende des Markttages immer ausverkauft. Kein Wunder, den hier wird wirklich mit Liebe gebacken, eingepackt und verkauft.


Wir empfehlen den Guggelhopf und wünschen Susan alles Liebe und weiterhin viel Freude am Backen.
Bild
1 Comment

Wandern, Weinberge und Weitsichten

14/2/2016

7 Comments

 
Auch nach Freiburg folgen wir weiterhin den Badischen Weinwanderwegen. Dieser Weg windet sich die scheinbar endlosen Weinberge entlang. Abgesehen von den Weinbauern, die ihre Reben beschneiden, schweifen wir hier oft alleine unsere Blicke umher. Die Orte am Pfad wie Emmendingen, Etttenheim oder Lahr empfangen uns dann im Gegensatz hierzu mit einer kleiner, geschäftigen Altstadt.
Bisher haben wir keinen Tag pausiert. Und eins muss gesagt werden: Die Füsse qualmen und erste Wehwehchen stellen sich ein. Wie erwartet ist das Wetter weiterhin nass und kalt. Doch auch im Regen und mit Wolken gibt es viele schöne Naturausblicke, die uns motivieren.

Zwischen Herbolzheim und Ettenheim hat sich sogar öfters der blaue Himmel gezeigt...

...da macht auch gleich die Pause mehr Freude:
Auf den Weg nach Sasbachwalden haben wir trotz Regen wunderbare Weitsichten. Am Weg finden wir immer wieder geschützte Orte für eine Rast. Hier können wir dann auch unseren kleinen Trangia Köcher anschmeissen - lecker Tee.
Morgen dann Baden-Baden - auf ins Casino :-)
7 Comments

Durch Sonne, Regen, Sturm nach Freiburg

9/2/2016

8 Comments

 
Heute haben wir Freiburg erreicht. In den letzten drei Tagen legten wir 90 km via Efringen-Kirchen, Müllheim und Staufen zurück.
Bevor der Regen kurz vor dem Isteiner Klotz anfängt, werden wir auf einer Anhöhe überrascht und erhalten einen wunderbaren Blick auf die Alpen. Dann hüllen sich die Vogesen und der Schwarzwald in mystische Regenwolken. Trotz der Nässe können wir unsere Wanderung geniessen und kommen nach 30 km in Müllheim an.

Am nächsten Tag geht`s früh los. Unser Ziel ist es vor dem Sturm in Staufen anzukommen. Das klappt leider nicht ganz und wir können erleben, wie sich der Wind laut heulend in den Baumkuppeln verfängt. In Sulzburg kehren wir fix ein in die Bäckerei Ruf. Die nette Dame hinter der Theke ist die Erste, die uns nach unserem Ziel fragt. Begeistert holt sie auch den Chef aus der Backstube. Beide versprechen uns im September einen Jungen Wein bereitzustellen, falls wir es schaffen. Danke - darauf kommen wir dann gerne zurück .-)

Die letzten Kilometer legen wir auf einem Fahrradweg zurück. Hier müssen wir weniger unter Bäumen hergehen, was sicherer ist bei den orkanmässigen Böen. In Staufen angekommen, bekommen wir um 14:11 Uhr den Einzug der Strassenfasnacht mit...an dieser Stelle sendet Danni ein dreifach donnerndes

"Westheim Helau" an den WCV.
Am Morgen in Staufen erkennen wir, dass die Kilometer-Anzahl auf den Wanderschildern nicht überall korrekt ist und wir nach Freiburg nahezu 10 km weiter laufen müssen. Doch nachdem wir 30 Minuten später im Wald unterwegs sind, ist unsere Laune wieder bestens. Auch an diesem Tag wechseln sich Regen und Sturm ab. Aber wir sehen es positiv, jetzt wird die Ausrüstung wenigstens getestet. Am frühen Nachmittag erreichen wir Freiburg und quatieren uns in einem Hostel ein. Hier bekommen wir ein "Tannenzäpfle" spendiert, als die Angestellten unseren Plan erfahren.
Unsere Erkenntnisse der ersten Tage:

Dannis Handschuhe taugen nichts und sind nach 20 sec. Regen nass

Multifunktionalste Ausrüstungsstücke sind die Schlauchtücher - gut für Kopf, Hals uvm.. Danke nach Berlin.

Unsere LOWA Renegade Schuhe sind perfekt für die bisherigen Belege, wir gehen wie auf Wolken.

Freiburg ist via Wanderwege weiter als über die Autobahn (wussten wir zwar, aber fühlt sich anders an :-))
8 Comments

Die erste Etappe ist geschafft

2/2/2016

26 Comments

 
Bild
Um 9 Uhr ging es los. Nach erneutem Check der Wohnung, übergaben wir die Schlüssel an Nicoles Vater. Vor der Tür erwarteten uns Heidrun, Katrin, Christina und Philip, die uns zur deutschen Grenze begleiteten. Danke ihr Lieben, das war wunderbar.
Dann führte uns der Weg durch die Weinberge Richtung Freiburg. Das Wetter war herrlich und da wir zum Start eine kurze Etappe eingeplant hatten, konnten wir die Sonne bei den Pausen mit Baselblick und Markgräfler Weinschorle geniessen. Cheers.
Es fühlt sich gerade noch sehr unwirklich an diese neue Freiheit. Aber es tut gut den Wind im Gesicht zu spüren und nach langer Planung endlich unterwegs zu sein.
26 Comments

Die Ausrüstung

29/1/2016

3 Comments

 
Am Samstag 6.2 geht`s los! Die Ausrüstung ist soweit zusammen gepackt und wander bereit. Hier seht ihr was wir alles mitnehmen. Da wir Anfangs, wegen der Kälte, noch in Pensionen und Gasthöfen übernachten werden, wird der Schlafsack, Isomatte und das Zelt zu Danni`s Schwester nach Deutschland vorgeschickt. So haben wir Anfangs etwas weniger im Rucksack. Im Moment kommen wir beide auf ca. 11.5 kg inkl. Wasser. 
​und das haben wir so dabei:
Bild
Rucksack
Bach Backpacks, Lite Mare FA 1, 65 Liter
Regenhülle Ripstop Raincover
Trinkflasche
Sigg 0,7 Liter plus Thermoschutz
Wanderstöcke
Leki


Bild
Das "Zwiebel System"
Um sich der Kälte oder Wärme gut anzupassen haben wir folgende Schichten Oberbekleidung dabei.
T-Shirt von Odlo oder Icebreaker, Langärmliges Unterhemd von Odlo oder Woolpower, Daunenveste von Quecha oder Swisswool, Daunenjacke von Arcteryx, Softjell Ultimate Westgrate von Mammut und Regenjacke Redige von Mammut. 

Bild
Sonstiges
Diverse Packsäcke, Handschuhe, Waschtuch, Erste Hilfe und Verbandsmaterial, Blasenpflaster, Wäscheleine, Stirnlampe, Outdoor Messer mit durchgehender Klinge - gut zum Holz spalten, Schweizer Taschenmesser
Fotokamera:
Olympus OMD 10 Mark 2 mit 150 Objektiv

Bild
Kochsystem
Anfangs werden wir nur den kleinen Kocher mitnehmen für kleine Suppen oder Tee unterwegs. Danach wird dann der grössere dabei sein. 
Trangia Sturmkocher mit Spiritus, Wasserbehälter, 2xHaferl, 2x Light my fire Gabel und Löffel.

Bild
GPS
Wir haben einmal ein GPS von Garmin mit allen benötigten Karten. Einen Kompass, falls die Technik aussteigt;-) und einen Spot GPS Sender. Der Spot ist ein Notfallsender, welcher per GPS die Koordinaten direkt an die nächste Rettungstelle schickt. Zudem kann man sich den Weg tracken lassen, so können wir nachher genau sehen wo wir durchgelaufen sind. Und zu guter letzt, kann man mit dem Spot SMS an seine Lieben zu Hause verschicken wenn einmal kein Netzempfang ist. Ne gute Sache! 

Bild
Schuhe
Für den ersten Teil haben wir uns für die LOWA Renegade GTX MID Ws entschieden. Dazu für Abends ein Paar Croocs.


3 Comments

Der Countdown läuft - letzte Vorbereitungen

25/1/2016

2 Comments

 
So langsam tickt die Uhr, in weniger als 2 Wochen steht nach monatelanger Planung unser Abmarsch Richtung Norden kurz bevor.

Aufregung, Zuversicht, Freude, Respekt und Unfassbarkeit wechseln sich nun stündlich ab. Aber wie Ihr seht - wir haben den Weg und das Ziel immer vor Augen an unserer Kühlschranktür. Danni's Knieprobleme sind nahezu verschwunden - dank Jane, mit der nur noch ein Termin bei der Physio ansteht. Die letzten Planungen zur Ausrüstung sind abgeschlossen, das Zelt final gecheckt, der Proviant geplant und die Wohnung so gut wie geräumt.
​

Alle Schuhe sind gewachst! Bald geht's los.

2 Comments

Bald geht's los - auf den Spuren des E1

30/12/2015

2 Comments

 
Über Weihnachten sind wir mal wieder im Sauerland. Bei einer morgendlichen Nordic Walking Tour, rund um den Hohen Loh bei Westheim, haben wir eine sehr schöne Sicht in das Diemeltal. Auf dem höchsten Punkt erblicken wir auf einmal eine Wandermarkierung des E1. Wir wissen natürlich, dass die Route hier in der Nähe vorbeigeht. Aber es ist mit einer gewissen Ehrfurcht verbunden, auf einmal auf dem Weg zu stehen, der in wenigen Wochen uns Richtung Nordkap leiten wird...

Bild
Bild
Bald geht's los - die Freude und Aufregung steigt.
Wir wünschen Euch einen guten Start ins Jahr 2016.
Bild

Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich-sein ist der Weg
Buddha
2 Comments

INDIAN SUMMER IM SAUERLAND

31/10/2015

0 Comments

 
Bild



​Zu Besuch bei Danni´s Eltern.


​Heute waren wir wandern am Diemelsee bei Marsberg und konnten den Sauerländer Wald voll geniessen. Einfach schön. 
Bild
Bild
Bild


​

​Farbenpracht


Der Wanderweg führte uns rund um den Diemselsee auf 12.5 Kilometern nah am Wasser und dem Itterbach. Die Farben der Wälder und die mit Laub bedeckten Pfade waren ein wunderschönes Erlebnis. Oft braucht es keinen Überseeflug - auch hier gibt es einen "Indian Summer".

​Ein toller Vorgeschmack auf den Europäischen Fernwanderweg 1 durch Deutschland, der auch den Diemelsee kreuzt. Allerdings werden wir dann im März den See erleben. Mal sehen, welche Natur-Schönheiten wir dann entdecken.
0 Comments

Letzte Vorbereitungen: Tour auf dem Passwang

14/10/2015

1 Comment

 
Bild
Super schöne Aussicht mit Herbstfarben...
und das alles 30 Minuten von unserer Haustür entfernt.
Bild
Bild
Bild


Dinner-Time

Nach langer Suche nach einem Zeltplatz, haben wir unser Lager aufgeschlagen. Wiesen gab es genug aber die hatten schon "Bewohner": Kühe.

Mit Blick auf Basel und bei herbstlichen Temperaturen schmeckt der Wein und die Instant-Pasta himmlisch. 

Unser Instant Tipp: Spaghetti Funghi verfeinert mit mitgeschleppten, frischen Pilzen. En Guete.
Bild
Bild
Bild
Bild







...nach regnerischer Nacht
Nebel Am nächsten
morgen

1 Comment

Unterwegs auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Aug 2015

19/8/2015

0 Comments

 




Wandern von Perl bis 
Idar-Oberstein

Ein Highlight: Die Saarschleife! 

Wir standen auf der Anhöhe zwar nicht alleine - aber trotzdem, ein magischer Ort mit grandioser Sicht.
Bild
Bild
Bild

Sinnesbänke, Grüne Sinnblicke, 
sinnvolle Zeltplätze 

Wir fanden nicht nur aussergewöhnliche Zeltplätze, sondern bequeme Bänke und jede Menge tiefgehend, grüne Aus- und auch Einblicke in uns selbst. Danni's Fazit: Kein Wald ist so tief wie die eigene Seele ;-)

Bild
Bild
Bild
Bild

Keltenwall, Erbeskopf 
und 
Nationalpark

Bild
Bild

Schöne Wanderung mit vielen Hightlights, die wir so nicht erwartet haben.  
Die Aussage eines Saarländers "Die Nächte im Hunsrück sind kalt", können wir nur bestätigen. Bei 2 Grad Celsius haben die Schlafsäcke und -matten ihre nördliche Wettertauglichkeit bewiesen. Das Zelt hat 100 km/h Windböen wacker getrotzt und unsere neuen LOWA-Wanderschuhe sind eingelaufen - bald kann es losgehen.

Wir danken dem "Burgherr" der Grimburg für den spektakulärsten Zeltplatz der Wanderung.
0 Comments

Wandertour im Schweizer Jura und am Neuenburger See im Mai 2015

18/6/2015

 



Schlafplatz mit Aussicht

Erste Übernachtung im Zelt auf dem Grad zum Crêt du Soleil. Die Aussicht ist grün, die Alpen verstecken sich hinter den Wolken. Mal sehen, wie uns die erste Nacht im Schlafsack gefällt.
Bild
Bild


Nach windiger Nacht im kuscheligen 
und - zum Glück - super warmen Schlafsack, 
wandern wir hoch in Richtung Chasseral
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild




von Vieux des Alpes nach Neuchâtel und dann einmal um den Neuenburger See mit herrlichem...


...Sonnenuntergang in 
Estavayer-le-Lac

Kleines Video zu unserem Wanderprojekt ans Nordkap.

18/3/2015

0 Comments

 
0 Comments
Forward>>
Kontakt
Impressum
Über uns
Newsletter
Blog

​Partner
Medienecho
Medienbereich
​

  • Walking North
  • Vorträge
  • ÜBER UNS
    • Medienecho
    • Partner
  • Bücher